Das Spanische Erbrecht

Erben & Vererben in Spanien

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Besitzt man eine Immobilie in Spanien, sollte man auch frühzeitig die erbrechtlichen Sachverhalte im Blick haben. Für Österreicher mit Immobilien in Spanien kommt im Erbfall häufig das spanische Erbrecht zur Anwendung. Um spätere Erbstreitigkeiten zu vermeiden, sollte man eine kompetente Rechtsberatung für Erbrecht in Anspruch nehmen. 

Österreich-Spanisches Erbrecht

Was regelt die Europäische
Erbrechtsverordnung?

Die seit dem 17.08.2015 anwendbare Europäische Erbrechtsverordnung (EuErbVO) regelt grenzüberschreitende Erbfälle (Ausnahme: Großbritannien, Irland und Dänemark) im EU Erbrecht. Dabei soll nach dem EU Erbrecht künftig das Gericht desjenigen Landes zuständig sowie das Recht des Staates anwendbar sein, in dem ein Erblasser zum Zeitpunkt seines Todes seinen „gewöhnlichen Aufenthalt“ hat.

Somit kann es sein, dass für einen Österreicher, der seinen Lebensabend in Spanien verbrachte, unter Umständen spanisches Erbrecht zur Anwendung kommt. Dies bedeutet dann, dass sowohl die gesetzliche Erbfolge in Spanien, das Testament, der Pflichtteil und auch die Erbschaftssteuer in Spanien relevant sind.

Rechtsanwalt Salzburg - Mag. Johannes Koman - Spanisches Erbrecht

Materielles Erbrecht

Das spanische Erbrecht ist nicht nur in einem Gesetz geregelt. Für den größten Anteil des spanischen Rechtsgebietes gelten die Regeln im spanischen Zivilgesetzbuch, dem Código Civil (CC).

Jedoch finden daneben in einer Reihe von Provinzen und Gebieten Foralrechte Anwendung. Für Gebiete und Provinzen mit Foralrechten gilt das spanische Zivilgesetzbuch und damit das spanische Erbrecht nur als ergänzendes Recht, Art. 13 Abs. 2 CC.

Fortalrechte

Foralrechte in Spanien sind historisch gewachsene Rechte bestimmter Regionen, die grundsätzlich Vorrang vor dem Código Civil haben und dies eben auch im spanischen Erbrecht. Folgende Regionen verfügen über Foralrechte Spanien: Aragon, Balearische Inseln, Baskenland, Galizien, Katalonien, Navarra.

Dabei ist für einen Österreicher, der nicht bestimmt hat, welches Erbrecht nach seinem Ableben anzuwenden ist, der letzte gewöhnliche Aufenthaltsort maßgeblich. Für den Fall, dass dies z. B. Mallorca war, ist das Foralrecht in Spanien der Balearischen Inseln auf die Verlassenschaft anzuwenden.

In solchen EU Erbrecht Fällen sollte man unbedingt die Beratung eines spezialisierten Rechtsanwalts für Erbrecht in Salzburg suchen, um sich über die individuellen Umstände genau zu informieren.

Testament in Spanien

Ein Erblasser in Spanien kann die gesetzliche Erbfolge in Spanien dadurch ausschließen, dass er seine Erbfolge durch ein Testament in Spanien regelt. Als letztwillige Verfügung kennt das spanische Erbrecht grundsätzlich nur das Testament Spanien.

Gemeinschaftliche Testamente oder auch Erbverträge sind nach den Regelungen des Código Civil unzulässig, jedoch sind sie bei einigen Foralrechten Spanien möglich. Das gewöhnliche Testament in Spanien kann eigenhändig, offen oder verschlossen errichtet werden.

Der Inhalt eines Testaments nach spanischem Erbrecht entspricht in seinen Regelungen weitgehend den österreichischen Bestimmungen.

Gesetzliche Erbfolge in Spanien

Nach dem Art. 930 ff. CC sind in der gesetzlichen Erbfolge in Spanien als gesetzliche Erben zunächst die Kinder des Erblassers und deren Abkömmlinge berechtigt. Bei mehreren Kindern des Erblassers erben sie zu gleichen Teilen. Das spanische Erbrecht von nichtehelichen und adoptierten Kindern steht dem spanischen Erbrecht ehelicher Kinder gleich.

Sind keine Kinder vorhanden, werden nach spanischem Erbrecht die Eltern des Erblassers und deren Vorfahren als Erben bestimmt, Art. 935 CC. Geschwister des Erblassers von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen.

Der Ehepartner kommt als gesetzlicher Erbe aber nur dann in Betracht, wenn der Erblasser weder Kinder, noch Eltern mitsamt Großeltern oder Urgroßeltern hinterlassen hat.

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Pflichtteil in Spanien

Allerdings ist auch nach spanischem Erbrecht der Erblasser in seiner Testierfreiheit durch ein Pflichtteilsrecht eingeschränkt.

Kinder, ersatzweise die Eltern und auch der überlebende Ehepartner haben einen Anspruch auf einen Pflichtteil Spanien am Nachlass, die diesem Personenkreis vom Erblasser nicht wirksam durch Testament Spanien entzogen kann, Art. 807 CC.

Haus in Spanien vererben

Geht es um Immobilie vererben in Spanien, können Ehepartner die Übertragung der Immobilie in Spanien so gestalten, dass die Immobilie im Todesfall eines Ehepartners auf die nächste Generation übergeht.

Dies macht deshalb Sinn, weil beim Haus erben in Spanien ein Ehepaar, welches sich zunächst gegenseitig als Erben einsetzt, im Todesfall zunächst Kosten für die Umschreibung der Immobilie in Spanien sowie darüber hinaus sind ggf. noch spanische Erbschaftssteuer zu zahlen hat.

Dabei muss das eigene Kind später beim Immobilie vererben erneut Kosten für die Umschreibung der Immobilie tragen, sowie evtl. erneut spanische Erbschaftssteuer über den gesamten Wert der Immobilie bezahlen.

Jedoch kann dies vermieden werden, indem z. B. das spanische Testament so gestaltet wird, dass der Immobilienanteil der spanischen Immobilie des Erstversterbenden direkt an das Kind vererbt wird.

Immobilien in Spanien verschenken oder verkaufen

Eine Schenkung zu Lebzeiten kann das einzig mögliche Mittel sein, wenn ein Immobilieneigentümer z. B. durch ein ihn bindendes Testament daran gehindert ist, die Immobilie an jene Person zu vererben, an welche er die Immobilie gerne vererben möchte. Der Verkauf der Immobilie an die nächste Generation ist dann eine Option, wenn aus erbrechtlicher Sicht z. B. Pflichtteilsergänzungsansprüche vermieden werden sollen.

Viele Immobilienbesitzer in Spanien entscheiden sich aber zu einem Verkauf, wenn die Immobilie nicht mehr genutzt werden kann und die nächste Generation kein Interesse an ihr zeigt. Bei jeder Übertragungsart können jedoch in Spanien Steuern und Gebühren anfallen. Deshalb ist wichtig, sich im Vorfeld der Entscheidung mit einem spezialisierten Anwalt für Erbrecht in Salzburg zu beraten.

Spanische Erbschaftssteuer

Spanien erhebt auf das Erbe von natürlichen Personen eine spanische Erbschaftssteuer. Der weltweite Erwerb unterliegt der spanischen Erbschaftssteuer, wenn der Erbe seinen gewöhnlichen Aufenthalt („residencia habitual“) in Spanien hatte.

Dabei ist dies ab einem Aufenthalt von mehr als 183 Tagen im Jahr gegeben. Allerdings ist der Erbe nur für Vermögengegenstände in Spanien (Immobilien, Banktguthaben) erbschaftsteuerpflichtig, wenn er keinen gewöhnlichen Aufenthalt dort hat.

Jedoch liegt der allgemeine persönliche Freibetrag der spanischen Erbschaftssteuer für Kinder und Ehegatten nur bei ca. EUR 16.000 und die Steuersätze können auch sehr hoch ausfallen.

Zusätzlich ist bei der spanischen Erbschaftssteuer problematisch, dass diese innerhalb von 6 Monaten nach dem Tod des Erblassers erklärt werden muss. Deshalb sollte man in diesen Fällen die Unterstützung eines erfahrenen Rechtsanwalts für Erbrecht in Salzburg in Anspruch nehmen.

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